METHODE

Kundenreise darstellen

Mit dieser Methode kannst du Probleme und Bedürfnisse entlang eines Nutzungserlebnisses erkennen.

Ziel und Kurzüberblick

Ziel

Nutzungserlebnisse und Übergänge verstehen

Geeignet für

Wenn du eine Erfahrung über mehrere Schritte verstehen und problematische Übergänge oder unerfüllte Bedürfnisse erkennen möchtest

Dauer

45–90 Minuten

Teilnehmer

2–6 Personen; Nutzersicht durch Daten oder Beteiligung

Innovationsraum

Problemraum · primär

Ergebnis

Eine strukturierte Sicht auf den Nutzungskontext mit belegten Problemen, Bedürfnissen und möglichen Chancen

Planungswerte für einen ersten fokussierten Durchgang. Datenerhebung, Tests, Abstimmung und Umsetzung können zusätzliche Zeit benötigen.

Was ist die Methode?

Die Kundenreise darstellen ordnet Erlebnisse aus Nutzersicht entlang einer konkreten Aufgabe. Schritte und Kontaktpunkte werden mit Zielen, Handlungen, Schwierigkeiten und Bedürfnissen verbunden. Sie beschreibt die Erfahrung der Menschen, nicht nur den internen Prozess des Anbieters.

AUSGANGSPUNKT

Nutzer und Situation

DENKPRINZIP

Schritte · Kontaktpunkte · Erlebnisse

ERGEBNIS

Bedürfnisse und Chancen

Prinzip: Aus einem konkreten Ausgangspunkt entsteht durch gezielte Bearbeitung ein nutzbares Ergebnis.

Wann einsetzen?

Nutze diese Methode, wenn du eine Erfahrung über mehrere Schritte verstehen und problematische Übergänge oder unerfüllte Bedürfnisse erkennen möchtest.

Die Erkenntnisse können spätere Lösungs- und Umsetzungsentscheidungen vorbereiten. Neue Erkenntnisse können eine erneute Untersuchung im Problemraum erforderlich machen.

Nicht ausreichend, wenn … keine belastbaren Hinweise auf die reale Nutzerreise vorliegen.

Leitfrage

Wie erlebt [Zielgruppe] heute [Situation oder Aufgabe], und wo entstehen relevante Probleme oder unerfüllte Bedürfnisse?

Vorbereitung und benötigte Informationen

Kläre die Fragestellung, die Beteiligten und die verfügbaren Informationen vor dem Start. Nutze für die Dokumentation das verlinkte Arbeitsblatt.

Ablauf in Schritten

Das benötigst du: Eine Zielgruppe und konkrete Situation; Interviews, Beobachtungen oder andere Belege; Papier oder gemeinsames Board.

Bearbeite die vier Aufgaben der Reihe nach. Das Ergebnis jedes Schritts hilft dir beim nächsten.

  1. 01Nutzerreise eingrenzen

    Deine Aufgabe

    Person Situation und betrachteten Ablauf bestimmen.

    Ergebnis dieses Schritts

    Eine abgegrenzte Nutzerreise.

    Wozu? Damit nicht verschiedene Nutzerreisen vermischt werden.

  2. 02Kontaktpunkte sammeln

    Deine Aufgabe

    Schritte und Kontaktpunkte aus Erkenntnissen sammeln.

    Ergebnis dieses Schritts

    Eine Reihenfolge von Schritten und Kontaktpunkten.

    Wozu? Damit die Reise auf Erkenntnissen statt Wunschabläufen beruht.

  3. 03Erlebnisse zuordnen

    Deine Aufgabe

    Ziele Schwierigkeiten und Erlebnisse je Schritt eintragen.

    Ergebnis dieses Schritts

    Ziele, Erlebnisse, Hindernisse und Hinweise auf Bedürfnisse je Schritt.

    Wozu? Damit jedes Hindernis im Nutzungskontext verständlich wird.

  4. 04Übergänge priorisieren

    Deine Aufgabe

    Kritische Übergänge und Untersuchungsfragen priorisieren.

    Ergebnis dieses Schritts

    Priorisierte Übergänge und offene Prüffragen.

    Wozu? Damit aus der Darstellung begründete Untersuchungsfragen entstehen.

Ergebnis und Auswertung

Eine Customer-Journey-Map mit Phasen, Kontaktpunkten und einer Erlebniskurve von negativ bis positiv. Beobachtungen und Belege stehen bei den Kontaktpunkten. Sie ermöglicht die Auswahl eines relevanten Problems und dessen weitere Untersuchung.

Beispiel zur Einordnung

Vereinfachtes fiktives Beispiel zur Einordnung.

Ausgangssituation

Ein Pendler legt seinen morgendlichen Weg vom Losfahren bis zum Arbeitsplatz zurück.

Anwendung

Das Team ordnet Vorbereitung, Fahrt, Parkplatzsuche und Fußweg anhand seiner Erfahrungen.

Erkenntnis / Ergebnis

Ausschnitt: Parkplatzsuche → fehlende Orientierung → Unsicherheit über Ankunftszeit; Beleg: Gesprächsnotiz.

Grenzen und typische Fehler

Hilfreich ✓

  • Eine konkrete Reise und Zielgruppe betrachten.
  • Beleg oder Annahme je Eintrag kennzeichnen.
  • Übergänge zwischen Schritten ausdrücklich untersuchen.

Vermeiden ✕

  • Eine interne Prozesskarte als Nutzererlebnis ausgeben.
  • Emotionen ohne Nutzerhinweise eintragen.
  • Jeden kleinen Kontaktpunkt gleich wichtig behandeln.

Vertiefung

Ist- und Ziel-Kundenreise unterscheiden

Eine Ist-Kundenreise dokumentiert beobachtete heutige Erfahrungen. Eine Ziel-Kundenreise beschreibt einen künftigen Entwurf. Kennzeichne beide ausdrücklich und halte pro Station Belege oder Annahmen fest. Verwende dieselbe Kundengruppe und Nutzungssituation, wenn du mehrere Angebote vergleichst.

Erst die Beobachtungen auswerten, dann Verbesserungsideen ableiten. Für Angebotsvergleiche Wettbewerbsangebote vergleichen; für die Einführung Kommunikation planen.

Passendes Werkzeug

Die Arbeitsfläche und das ausfüllbare Arbeitsschema findest du auf einer eigenen Werkzeugseite. Wähle die Methode nach deiner Fragestellung; nutze das Werkzeug zum Erfassen und Dokumentieren.

Customer-Journey-Map öffnen →

Nächster methodischer Schritt

Wähle den nächsten Schritt danach, welche Frage nach der Anwendung noch offen ist.

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