METHODE

Evaluierung – Innovationen systematisch evaluieren

Mit dieser Methode kannst du Alternativen nachvollziehbar bewerten und nächste Schritte begründen.

Ziel und Kurzüberblick

Ziel

Alternativen bewerten und entscheiden

Geeignet für

Wenn du Ideen auswählen, Konzepte vergleichen oder eine Investitionsentscheidung vorbereiten willst

Dauer

60–120 Minuten für eine fokussierte Bewertung

Teilnehmer

3–6 Personen einschließlich Entscheidungsträger

Innovationsraum

Realisierungsraum · primär

Ergebnis

Eine nachvollziehbare Bewertungsmatrix mit Begründungen, Evidenz und offenen Prüffragen

Planungswerte für einen ersten fokussierten Durchgang. Datenerhebung, Tests, Abstimmung und Umsetzung können zusätzliche Zeit benötigen.

Was ist die Methode?

Evaluierung vergleicht Ideen oder Konzepte anhand passender Kriterien und nachvollziehbarer Begründungen. Bewertung und Evidenz werden getrennt erfasst. Mit zunehmender Reife können detailliertere Prüfungen sinnvoll werden; ein hoher Punktwert ersetzt keine belastbaren Belege oder Mindestanforderungen.

AUSGANGSPUNKT

Alternative und Kriterien

DENKPRINZIP

Bewertung + separate Evidenz

ERGEBNIS

Begründete Handlungsoption

Prinzip: Aus einem konkreten Ausgangspunkt entsteht durch gezielte Bearbeitung ein nutzbares Ergebnis.

Wann einsetzen?

Nutze diese Methode, wenn du Ideen auswählen, Konzepte vergleichen oder eine Investitionsentscheidung vorbereiten willst. Ein frühes Screening im Lösungsraum verwendet weniger Kriterien als eine spätere Entscheidungsbewertung.

Auch im Lösungsraum sinnvoll: Für ein frühes Ideen-Screening reichen ausgewählte Kriterien. Im Realisierungsraum werden tragfähige Belege und Umsetzungsvoraussetzungen wichtiger.

Nicht ausreichend, wenn … eine Bewertung fehlende Nutzer-, Technologie- oder Wirtschaftlichkeitsbelege ersetzen soll.

Leitfrage

Welche Handlungsoption ist angesichts von Nutzen, Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Risiken und vorhandener Evidenz begründet?

Vorbereitung und benötigte Informationen

Kläre die Fragestellung, die Beteiligten und die verfügbaren Informationen vor dem Start. Nutze für die Dokumentation das verlinkte Arbeitsblatt.

Ablauf in Schritten

Das benötigst du: Vergleichbare Ideen oder Konzepte, Entscheidungsfrage, passende Kriterien und vorliegende Quellen oder Testergebnisse.

Bearbeite die Aufgaben der Reihe nach. Das Ergebnis jedes Schritts hilft dir beim nächsten.

  1. 01Entscheidung klären

    Deine Aufgabe

    Bewertungsstufe, Fragestellung und betrachtete Ideen oder Konzepte festlegen.

    Ergebnis dieses Schritts

    Ein gemeinsamer Bewertungsauftrag.

    Wozu? Damit Reifegrad und Entscheidung den Prüfaufwand bestimmen.

  2. 02Kriterien vereinbaren

    Deine Aufgabe

    Relevante Kriterien auswählen, ihre Bedeutung konkretisieren und gegebenenfalls Gewichtungen sowie unverzichtbare Mindestanforderungen vereinbaren.

    Ergebnis dieses Schritts

    Eine begründete Kriterienauswahl.

    Wozu? Damit Vergleichsmaßstäbe und Mindestanforderungen vor der Bewertung klar sind.

  3. 03Bewertung begründen

    Deine Aufgabe

    Jedes Kriterium bewerten und die Begründung dokumentieren. Unbekannte Werte offenlassen und als „unklar“ markieren.

    Ergebnis dieses Schritts

    Bewertungen mit Begründung und gekennzeichneten Wissenslücken.

    Wozu? Damit Einschätzungen nachvollziehbar bleiben.

  4. 04Evidenz einordnen

    Deine Aufgabe

    Die Evidenz separat von E0 bis E5 einordnen und Quellen oder Testergebnisse zuordnen.

    Ergebnis dieses Schritts

    Separat dokumentierte Evidenz mit Quelle und Grenzen.

    Wozu? Damit Vermutungen nicht denselben Stellenwert wie belastbare Tests erhalten.

  5. 05Alternativen vergleichen

    Deine Aufgabe

    Stärken, Schwächen, Zielkonflikte und erfolgskritische Annahmen vergleichen. Ein Gesamtpunktwert ersetzt nicht die Prüfung von Mindestanforderungen.

    Ergebnis dieses Schritts

    Stärken, Schwächen und priorisierte Prüffragen.

    Wozu? Damit kritische Schwächen und Zielkonflikte nicht im Gesamtwert verschwinden.

  6. 06Nächsten Schritt entscheiden

    Deine Aufgabe

    Handlungsoption festhalten: weiterverfolgen (Go), anpassen (Adapt), zurückstellen (Hold) oder beenden (Stop). Prüfaufträge und nächsten Bewertungszeitpunkt vereinbaren.

    Ergebnis dieses Schritts

    Go, Adapt, Hold oder Stop mit Verantwortlichen und nächstem Prüftermin.

    Wozu? Damit aus der Bewertung eine konkrete Handlung folgt.

Ergebnis und Auswertung

Eine nachvollziehbare Bewertungsmatrix mit Begründungen, Evidenz und offenen Prüffragen. Sie ermöglicht eine begründete Auswahl, Anpassung, Zurückstellung oder Beendigung und bestimmt den nächsten Lern- oder Umsetzungsschritt.

Beispiel zur Einordnung

Vereinfachtes fiktives Beispiel zur Einordnung.

Ausgangssituation

Ein Team vergleicht zwei Ankunftskonzepte.

Anwendung

Es bewertet Wirkung und Aufwand getrennt von der Sicherheit dieser Einschätzungen.

Erkenntnis / Ergebnis

Konzept A erscheint günstig, hat aber keine Nutzerevidenz; zunächst wird ein Test beauftragt statt die Umsetzung freigegeben.

Grenzen und typische Fehler

Hilfreich ✓

  • Kriterien am Reifegrad ausrichten.
  • Unbekannte Werte ausdrücklich als unklar markieren.
  • Mindestanforderungen unabhängig vom Gesamtwert prüfen.

Vermeiden ✕

  • Allen Ideen denselben umfangreichen Katalog aufzwingen.
  • Fehlende Informationen automatisch mit drei Punkten bewerten.
  • Evidenzstufen als automatische Rangfolge der Beweisqualität behandeln.

Passendes Werkzeug

Die Arbeitsfläche und das ausfüllbare Arbeitsschema findest du auf einer eigenen Werkzeugseite. Wähle die Methode nach deiner Fragestellung; nutze das Werkzeug zum Erfassen und Dokumentieren.

Arbeitsblatt · Evaluierung – Innovationen systematisch evaluieren öffnen →

Nächster methodischer Schritt

Wähle den nächsten Schritt danach, welche Frage nach der Anwendung noch offen ist.

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