METHODE

Schriftlich Ideen sammeln

Mit dieser Methode kannst du unterschiedliche Ideen gemeinsam entwickeln und weiterführen.

Ziel und Kurzüberblick

Ziel

Unterschiedliche Ideen entwickeln

Geeignet für

Wenn du zu einer offenen Innovationsfrage unterschiedliche Ideen sammeln möchtest und eine Diskussion bisher von wenigen Personen dominiert wird

Dauer

20–40 Minuten

Teilnehmer

3–6 Personen

Innovationsraum

Lösungsraum · primär

Ergebnis

Eine vielfältige Sammlung verständlicher Lösungsansätze mit Nutzenannahmen

Planungswerte für einen ersten fokussierten Durchgang. Datenerhebung, Tests, Abstimmung und Umsetzung können zusätzliche Zeit benötigen.

Was ist die Methode?

Beim Schriftlich Ideen sammeln werden Ideen zunächst still schriftlich entwickelt und anschließend von anderen ergänzt. Dadurch können mehrere Menschen gleichzeitig beitragen. Die erste Öffnung und die spätere Bewertung werden bewusst getrennt.

AUSGANGSPUNKT

Offene Innovationsfrage

DENKPRINZIP

Still schreiben und ergänzen

ERGEBNIS

Vielfältige Lösungsansätze

Prinzip: Aus einem konkreten Ausgangspunkt entsteht durch gezielte Bearbeitung ein nutzbares Ergebnis.

Wann einsetzen?

Nutze diese Methode, wenn du zu einer offenen Innovationsfrage unterschiedliche Ideen sammeln möchtest und eine Diskussion bisher von wenigen Personen dominiert wird.

Nicht ausreichend, wenn … das Problem noch völlig unklar ist oder belastbare Evidenz für eine Idee benötigt wird.

Leitfrage

Wie könnten wir [gewünschte Wirkung] für [Zielgruppe] in [Situation] auf unterschiedliche Weise ermöglichen?

Vorbereitung und benötigte Informationen

Kläre die Fragestellung, die Beteiligten und die verfügbaren Informationen vor dem Start. Nutze für die Dokumentation das verlinkte Arbeitsblatt.

Ablauf in Schritten

Das benötigst du: Offene Innovationsfrage, kurze Bedarfserkenntnisse, Karten oder Board; vereinbarte kurze Schreib- und Ergänzungsrunden.

Bearbeite die vier Aufgaben der Reihe nach. Das Ergebnis jedes Schritts hilft dir beim nächsten.

  1. 01Gestaltungsfrage klären

    Deine Aufgabe

    Offene Gestaltungsfrage klären.

    Ergebnis dieses Schritts

    Eine gemeinsame Gestaltungsfrage.

    Wozu? Damit die Ideen dieselbe Aufgabe bearbeiten.

  2. 02Ideen notieren

    Deine Aufgabe

    Alle schreiben zunächst eigene Ideen.

    Ergebnis dieses Schritts

    Mehrere einzeln formulierte erste Ideen.

    Wozu? Damit alle unabhängig beitragen können.

  3. 03Ideen weiterführen

    Deine Aufgabe

    Ideenkarten weitergeben und ergänzen.

    Ergebnis dieses Schritts

    Ergänzte oder kombinierte Varianten.

    Wozu? Damit vorhandene Ideen kombiniert und weiterentwickelt werden.

  4. 04Ansätze auswählen

    Deine Aufgabe

    Ansätze bündeln und anhand vereinbarter Kriterien auswählen.

    Ergebnis dieses Schritts

    Beschriebene Nutzenannahmen und nächste Prüffragen.

    Wozu? Damit Auswahl erst nach der Öffnung des Lösungsraums erfolgt.

Ergebnis und Auswertung

Eine vielfältige Sammlung verständlicher Lösungsansätze mit Nutzenannahmen. Sie ermöglicht ein erstes Screening und die Auswahl von Ansätzen für Prototypen oder Tests.

Beispiel zur Einordnung

Vereinfachtes fiktives Beispiel zur Einordnung.

Ausgangssituation

Ein Team sucht Wege zu verlässlicher Ankunft.

Anwendung

Alle schreiben still Ansätze auf und ergänzen die Ideen anderer.

Erkenntnis / Ergebnis

Neben digitalen Hinweisen entstehen zeitliche und organisatorische Ansätze; deren Wirkung ist noch eine Annahme.

Grenzen und typische Fehler

Hilfreich ✓

  • Pro Karte eine verständliche Idee notieren.
  • Auch organisatorische und servicebezogene Ansätze zulassen.
  • Ergänzung und Auswahl zeitlich trennen.

Vermeiden ✕

  • Ideen während der Schreibphase abwerten.
  • Eine App als einzig erlaubte Richtung setzen.
  • Klebepunktzahlen als Nutzenbeleg behandeln.

Vertiefung

Ideen systematisch verändern

Wenn ihr erste Ideen gesammelt habt, entwickelt sie mit einfachen Fragen weiter. Bearbeitet jeweils nur eine Frage und notiert konkrete Varianten.

  • Ersetzen: Welchen Bestandteil, Schritt oder Werkstoff können wir anders lösen?
  • Verbinden: Welche zwei Ideen oder Leistungen ergänzen sich?
  • Verändern: Was wird möglich, wenn wir Größe, Reihenfolge oder Zielgruppe ändern?
  • Vereinfachen: Was können wir weglassen, ohne den Nutzen zu verlieren?
  • Umkehren: Was passiert, wenn wir eine bisherige Annahme ins Gegenteil verkehren?

Ergebnis: Beschreibt jede Variante in einem Satz und benennt den erwarteten Nutzen. Prüft anschließend mit einem kleinen Prototyp, ob dieser Nutzen tatsächlich entsteht.

Aufwand: 15–30 Minuten mit 2–6 Personen. Nutzt vorhandene Ideen und die Arbeitsblätter der Methode; zusätzliche Spezialkenntnisse sind nicht nötig.

Schriftliche Ideenrunden gestalten

Formuliert eine gemeinsame Frage. Jede Person schreibt zunächst 3–5 Minuten eigene Ideen auf. Tauscht die Notizen aus und ergänzt in einer zweiten Runde Varianten. Wählt Gruppengröße und Zeit passend zum Material; eine bestimmte Zahl von Personen oder Ideen ist keine Voraussetzung.

Danach ähnliche Ideen gruppieren, mit Veränderungsfragen weiterentwickeln und anhand einer Bewertungsmatrix eine Vorauswahl treffen. Auf einer gemeinsamen digitalen Arbeitsfläche funktioniert derselbe Ablauf remote.

Der Gesamtprozess ist unter Ideen entwickeln und auswählen beschrieben. Eine kurze Ideenvorstellung hält Nutzen und offene Annahmen zusammen.

Passendes Werkzeug

Die Arbeitsfläche und das ausfüllbare Arbeitsschema findest du auf einer eigenen Werkzeugseite. Wähle die Methode nach deiner Fragestellung; nutze das Werkzeug zum Erfassen und Dokumentieren.

Arbeitsblatt · Schriftlich Ideen sammeln öffnen →

Nächster methodischer Schritt

Wähle den nächsten Schritt danach, welche Frage nach der Anwendung noch offen ist.

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